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Cookie-Banner: Deko oder gültig?

Viele Cookie-Banner sehen ordentlich aus und schützen trotzdem nicht. Etwa wenn die Statistik schon vor dem Klick startet oder „Ablehnen“ gut versteckt ist. Hier steht, worauf es ankommt und wann Sie gar keinen Banner brauchen.

Von Leif SandenStand 21.10.20262 Minuten Lesezeit

Inhalt
  1. Wann eine Einwilligung nötig ist
  2. Die häufigsten Fehler
  3. So ist es richtig
  4. Der beste Banner ist keiner
  5. So prüfen Sie es selbst
  6. Häufige Fragen

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Wann eine Einwilligung nötig ist

Grundlage ist § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG, bis Mai 2024 TTDSG). Alles, was im Browser Ihrer Besucher gespeichert oder ausgelesen wird und nicht technisch notwendig ist, braucht vorher eine Einwilligung.

Technisch notwendig sind etwa der Warenkorb im Shop, die Anmeldung im Kundenkonto oder die Speicherung der Banner-Entscheidung selbst. Nicht notwendig sind in der Regel Statistik wie Google Analytics, Werbepixel von Facebook oder Google, eingebettete Karten und Videos.

Die häufigsten Fehler

  • Die Statistik oder ein Pixel lädt schon, bevor jemand geklickt hat.
  • „Alle akzeptieren“ ist ein großer Knopf, „Ablehnen“ ein kleiner Link oder erst auf der zweiten Ebene.
  • Die Häkchen für Statistik und Marketing sind schon gesetzt.
  • Google Analytics läuft, aber es gibt gar keinen Banner.
  • Die Entscheidung lässt sich später nicht mehr ändern.

Vorab gesetzte Häkchen sind keine wirksame Einwilligung. Das hat der Bundesgerichtshof 2020 klargestellt (Urteil vom 28.05.2020, Az. I ZR 7/16).

So ist es richtig

Bis zur Einwilligung lädt nichts, was eine Einwilligung braucht. Ablehnen ist genauso einfach wie Annehmen, also ein gleichwertiger Knopf auf der ersten Ebene. Jeder Dienst wird in einem Satz erklärt: was er tut und wer dahintersteht. Und die Entscheidung lässt sich jederzeit ändern, zum Beispiel über einen Link im Fußbereich.

Der beste Banner ist keiner

Viele Websites kleiner Unternehmen brauchen gar keinen Banner. Dafür müssen Sie auf das verzichten, was eine Einwilligung braucht:

  • Schriften lokal einbinden statt von Google laden, siehe Google Fonts und Datenschutz.
  • Karten und Videos erst nach einem Klick laden.
  • Statistik weglassen oder ein Werkzeug nutzen, das ohne Cookies und ohne Weitergabe an Dritte arbeitet. Ob das im Einzelfall ohne Einwilligung geht, hängt von der Einstellung ab.

Nebenbei lädt die Seite schneller, und niemand muss zuerst ein Fenster wegklicken.

So prüfen Sie es selbst

  1. Öffnen Sie Ihre Website in einem privaten Fenster, damit keine alte Entscheidung gespeichert ist.
  2. Drücken Sie F12, wählen Sie den Reiter „Netzwerk“ und laden Sie die Seite neu. Klicken Sie im Banner noch nichts an.
  3. Suchen Sie im Filterfeld nach „google-analytics“, „googletagmanager“ und „facebook“. Taucht etwas auf, lädt es schon vor der Einwilligung.
  4. Klicken Sie auf „Ablehnen“ und laden Sie neu. Es darf weiterhin nichts davon auftauchen.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Banner, wenn ich nur technisch notwendige Cookies setze?
Nein. Diese Cookies erwähnen Sie in der Datenschutzerklärung, ein Banner ist dafür nicht nötig.
Reicht ein Hinweis „Mit der Nutzung stimmen Sie Cookies zu“?
Nein. Weitersurfen ist keine Einwilligung. Die Besucher müssen aktiv zustimmen und genauso leicht ablehnen können.
Gibt es fertige Banner-Lösungen?
Ja, als Plugin oder Dienst. Entscheidend ist aber nicht der Banner, sondern ob die Dienste dahinter wirklich erst nach der Einwilligung laden. Das muss man nach dem Einbau prüfen.

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