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Google Fonts: Schriften, die Ärger machen können

Viele Websites laden ihre Schriften direkt von Google. Dabei geht die IP-Adresse jedes Besuchers an Google, ohne dass jemand gefragt wurde. Die Lösung ist einfach und macht die Seite sogar etwas schneller.

Von Leif SandenStand 21.10.20262 Minuten Lesezeit

Inhalt
  1. Was technisch passiert
  2. Was das Landgericht München entschieden hat
  3. Die Lösung: Schriften lokal einbinden
  4. So prüfen Sie es selbst
  5. Andere Dienste, die genauso funktionieren
  6. Häufige Fragen

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Was technisch passiert

Google Fonts ist eine große, kostenlose Sammlung von Schriften. Bindet man sie auf die übliche Art ein, holt der Browser jedes Besuchers die Schrift beim Öffnen der Seite von einem Google-Server. Dabei übermittelt er seine IP-Adresse.

Viele Themes und Baukästen machen das von Haus aus. Wer seine Seite nicht selbst programmiert hat, weiß oft gar nicht davon.

Was das Landgericht München entschieden hat

Mit Urteil vom 20.01.2022 (Az. 3 O 17493/20) hat das Landgericht München I einem Besucher 100 € Schadensersatz zugesprochen. Die Website hatte seine IP-Adresse über Google Fonts an Google weitergegeben. Das Gericht sah darin einen Verstoß gegen die DSGVO, weil es eine einfache Alternative gibt: die Schrift selbst ausliefern.

Danach verschickten einige Absender massenhaft Schreiben mit Zahlungsforderungen an Websitebetreiber. Unabhängig davon, wie berechtigt solche Forderungen sind: Wer die Schriften lokal einbindet, bietet keine Angriffsfläche.

Die Lösung: Schriften lokal einbinden

Die Schriftdateien werden einmal heruntergeladen und auf dem eigenen Server abgelegt. Die Seite sieht danach genauso aus wie vorher, aber der Browser fragt nicht mehr bei Google nach.

Von Google geladenLokal eingebunden
IP-Adresse geht an Googlejanein
Einwilligung nötigin der Regel janein
Ladezeiteine Verbindung mehretwas schneller

In WordPress geht das je nach Theme über eine Einstellung oder ein Plugin. Danach sollten Sie prüfen, ob wirklich keine Anfrage mehr an Google geht, denn manche Plugins laden ihre eigenen Schriften nach.

So prüfen Sie es selbst

  1. Öffnen Sie Ihre Website am Computer in Chrome, Edge oder Firefox.
  2. Drücken Sie F12, es öffnen sich die Entwicklerwerkzeuge.
  3. Wählen Sie den Reiter „Netzwerk“ und laden Sie die Seite neu.
  4. Geben Sie oben im Filterfeld „fonts.g“ ein.

Erscheinen Einträge mit fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com, werden Schriften extern geladen. Prüfen Sie auch zwei, drei Unterseiten, etwa Kontakt und Impressum.

Andere Dienste, die genauso funktionieren

Dasselbe Prinzip gilt für eingebettete Google Maps, YouTube-Videos, Schriften von anderen Anbietern und manche Captchas. Sie laden beim Öffnen der Seite Daten von fremden Servern. Für Karten und Videos gibt es eine einfache Lösung: Sie erscheinen erst nach einem Klick, und vorher steht dort ein kurzer Hinweis.

Häufige Fragen

Muss ich Google Fonts jetzt ganz weglassen?
Nein. Die Schriften dürfen Sie weiter nutzen, nur eben von Ihrem eigenen Server aus.
Ich habe ein Schreiben mit einer Forderung bekommen. Was nun?
Nicht vorschnell zahlen und nicht ignorieren. Lassen Sie das Schreiben von einer Anwältin oder Ihrer Kammer prüfen, und stellen Sie die Schriften trotzdem sofort um.
Steht das in meiner Datenschutzerklärung?
Oft steht dort noch Google Fonts, obwohl die Schriften längst lokal liegen, oder umgekehrt. Die Erklärung muss zu dem passen, was die Seite wirklich tut.

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